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Die Vollkorn-Lüge - Paparazzi 83 vom August 2015

Der Gegenwert von sage und schreibe fünf vollen Tafeln Schokolade – das ist die tägliche Zuckermenge, die uns in den offiziellen Ernährungsempfehlungen als „gesunde Vollwertkost“ nahe gelegt wird – getarnt als „gesundes Getreide“. Ein fataler Ernährungsirrsinn, der nicht nur dick, sondern vor allem auch krank macht.

Ernährungsphilosophien gibt es viele. Die meisten davon werden in Umlauf gebracht von Menschen, die mit geradezu religiösem Eifer versuchen die Welt zu bekehren. Die wenigsten dieser Glaubensrichtungen sind wissenschaftlich haltbar, viele sind blanker Unsinn und einige sogar lebensgefährlich. Erstaunlicherweise kommt die fatalste Empfehlung ausgerechnet von hochoffizieller Seite.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) ist so etwas wie der Gralshüter der Ernährungsreligionen, ihre Empfehlungen fließen in das gesamte Gesundheitswesen ein, kaum eine Krankenkasse, die es bei Ernährungsempfehlungen, Abnehmkursen und Vorträgen zur Prävention wagt, den als gesichert geglaubten Boden der DGE-Empfehlungen zu verlassen.

Was mit diesen wohlmeinenden Empfehlungen jedoch massenweise verursacht wird, sind Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauferkrankungen, rheumatische Erkrankungen, Allergien und chronische Schmerzen – ganz offiziell.

Denn was sich nur wenige so genannte „Ernährungsberater“ vor Augen führen ist, dass sie mit der Empfehlung einer „ausgewogenen Vollwerkost“ eine tägliche Zuckermenge als „gesund“ postulieren, die dem Gegenwert von fünf(!) Tafeln Schokolade entspricht. Woher kommt dieser Irrsinn?

Über die Interessen hinter diesen Empfehlungen kann nur gemutmaßt werden, denn die wissenschaftlichen Fakten sind seit Jahrzehnten bekannt und werden von der DGE selbst nicht bestritten. Die DGE gibt sogar zu, dass es für ihre Empfehlungen, so wörtlich „keine wissenschaftliche Grundlage“ gibt. Dennoch wird das goldene Kalb der Ernährung nach wie vor umtanzt: die Rede ist von Stärke.

Stärke in Form von Getreideprodukten, Kartoffeln und vor allem: Vollkorn. Das „gesunde volle Korn“ ist jedoch nichts anderes als versteckter Zucker.

Seit 1981 weiß man, dass Kohlenhydrate vom Körper unterschiedlich schnell umgesetzt werden. Man hat dafür eine Kennzahl entwickelt, den so genannten glykämischen Index – er gibt an, wie schnell ein kohlenhydratreiches Lebensmittel zu einer Erhöhung des Blutzuckerspiegels führt, also in Glukose, reinen Traubenzucker umgewandelt wird. Traubenzucker, Glucose, ist eine Zuckerart, in die unser Körper jegliche Kohlenhydrate umwandelt, weil er diese nur als Glucose in den Zellen verbrennen kann. Der glykämische Index sagt also aus, wie schnell der Blutzuckerspiegel steigt und teilt Lebensmittel damit in „gut“ und „minderwertig“ ein, denn je schneller ein Kohlenhydrat in Traubenzucker umgewandelt wird, desto schlechter für den Menschen. Dabei ist der Wert für reine Glucose der Referenzwert 100, denn die muss gar nicht umgewandelt werden.

Nun wird es den interessierten Leser kaum verwundern, dass weißer Haushaltszucker kein besonders wertvolles Lebensmittel darstellt. Kein vernünftiger Mensch käme auf die Idee, 10-15 Esslöffel Zucker als Hauptmahlzeit zu sich zu nehmen. Jede fürsorgliche Mutter wäre wohl nahe am Nervenzusammenbruch, würde ihr Kind mit Löffel und Zuckerdose am Mittagstisch Platz nehmen, um seinen Hunger zu stillen. Weißer Haushaltszucker hat den glykämischen Index von 70, ein sehr schlechter Wert, der die weißen Kristalle als Krankmacher in Verruf gebracht hat. Nein, Zucker kommt nicht auf den Tisch. Stattdessen serviert die ernährungsbewusste Familie, getreu den Empfehlungen der Krankenkassen, der DGE und der letzten Diätzeitschrift Nudeln, Reis, Kartoffeln – und natürlich Vollkornbrot, denn man will wirklich alles richtig machen. Fataler Irrtum.

Betrachtet man nämlich den jeweiligen glykämischen Index unserer „gesunden Vollwertkost“, so kommen wir bei handelsüblichen Spaghetti und geschältem Reis auf einen Wert von über 80, bei Weißbrot bis zu 95, bei einer gekochten Kartoffeln auf Werte zwischen 65 – 75 und bei dem Symbol für gesundheitsbewusste Ernährung schlechthin, dem Vollkornbrot, auf durchschnittlich 68. Zu gut deutsch: Vollkornbrot ist für den Körper ein ebenso „wertvoller“ Kohlenhydratlieferant wie reiner Zucker, die übrigen Produkte wie Nudeln, Reis und Kartoffeln sind oft noch weit schlechter. Würde man, anstatt zwei Scheiben Vollkornbrot zu kauen, lieber einige Esslöffel Zucker in Wasser auflösen und „auf Ex“ trinken, so hätte man aus ernährungswissenschaftlicher Sicht nicht schlechter gegessen, so schlimm es sich auch anhört. Denn Stärke aus Getreideprodukten ist für den Körper nichts anderes als Zucker, das ist nun  mal eine wissenschaftlich seit Jahrzehnten belegte Tatsache.

Nur aus dem Wettstreit der Getreideprodukte untereinander bezieht das Vollkornbrot sein gutes Image. Da es besser ist als Weißmehlprodukte, gewinnt es das interne Duell, sozusagen ist das Vollkornbrot der „einäugige König unter den Blinden“. Im direkten Vergleich zum Haushaltszucker jedoch schneidet es geradezu erbärmlich ab.

Die „langsame“ Stärke, bzw. die „komplexen Kohlenhydrate“ sind nichts weiter als ein Mythos, eine gefährliche Lüge. Kohlenhydrate in Form von Stärke werden vom Körper nahezu identisch wie Zucker verstoffwechselt, für den Körper und insbesondere das Blut stellt eine normale Mahlzeit nach offiziellen Ernährungsempfehlungen eine Zuckerbelastung dar, die 1,5 bis 2 Tafeln Schokolade entspricht. Pikantes Detail: hätte man tatsächlich lieber Schokolade anstatt Brot gegessen, so wäre man wenigstens in Sachen Nährstoffversorgung einen Schritt in die richtige Richtung gegangen, denn was den Gehalt an essentiellen Aminosäuren, Omega3-Fettsäuren, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen angeht, schlägt die Schokolade unser besinnungslos umtanztes Vollkornbrot in allen Punkten.

NACH EINER STÄRKEREICHEN MAHLZEIT HERRSCHT IM KÖRPER ALARMSTUFE ROT, ES BESTEHT UNMITTELBARE LEBENSGEFAHR. JEDER DIABETIKER WEISS, DASS GROSSE MENGEN KOHLENHYDRATE TÖDLICH SEIN KÖNNEN.

Stellt man sich sein tägliches Ernährungsprogramm nach diesen wohlgemeinten, aber tatsächlich gesundheitsgefährdenden Ratschlägen zusammen, so kommt man auf eine tägliche Blutzuckerbelastung, die fünf Tafeln Schokolade entspricht – und das gilt offiziell noch immer als gesund.

Wie brutal diese Zuckermenge in unserem Stoffwechsel einschlägt, machen ein paar Zahlen deutlich. Ein gesunder, nicht zuckerkranker Mensch hat einen Blutzuckerspiegel von etwa 70-110 ml Glucose/dl Blut. Das entspricht auf die gesamte Blutmenge von fünf Litern etwa einen Teelöffel Zucker. Alles, was darüber hinaus geht, ist lebensgefährlich – der Körper muss somit durch das Hormon Insulin und seinen Gegenspieler Glukagon den Blutzuckerspiegel (von etwa 3,5 bis 5,5 Gramm auf die gesamte Blutmenge) unbedingt im Gleichgewicht halten.

Nun rauschen aber nach einer Portion Spagetti sage und schreibe 70-100 Gramm Zucker, also etwa die 10-15 fache Menge dessen, was das Blut verkraften kann, innerhalb von kürzester Zeit in den Kreislauf. Dies bedeutet Alarmstufe „rot“ für Bauchspeicheldrüse, Leber und das gesamte Hormonsystem, es besteht unmittelbare Lebensgefahr, ähnlich wie bei einer schweren Vergiftung. Dass dies nicht übertrieben ist, weiß jeder Diabetiker. Bei Diabetikern sind die Möglichkeiten der Blutzuckerregulation, insbesondere die Entfernung überschüssigen Zuckers aus dem Blut, eingeschränkt oder sogar außer Funktion. Nimmt ein Diabetiker eine so große Menge Zucker zu sich ohne sein „Gegengift“ Insulin spritzen zu können, fällt  er in ein diabetisches Koma und stirbt, sofern er nicht sofort intensivmedizinisch versorgt wird. Und dabei hat er lediglich offizielle Ernährungsempfehlungen befolgt.

Der massive Entgiftungsstress fordert seinen Tribut in den Körpern der Bevölkerung. Nicht umsonst ist Diabetes die am schnellsten wachsende Volkskrankheit in westlichen Gesellschaften – wie zum Beispiel Deutschland. Wenn der Organismus jahrelang mehrmals täglich mit potenziell tödlichen Zuckermengen geflutet wird, geraten die körperlichen Regulationssysteme – die sich über die gesamte Organkette erstrecken – früher oder später an ihre Leistungsgrenze. Welches Organ zuerst ausfällt, ist vielleicht nicht ganz voraus zu sagen, aber die Masse an so genannten „Zivilisationskrankheiten“ wie Herz-Kreislaufsyndrome, Diabetes, degenerative Erkrankungen des Nervensystems, entzündliche Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis sowie chronische Schmerzen lassen sich mit großer Präzision  auf die Überbelastung des Organismus mit Zucker zurück führen – und dieser Zucker kommt nicht aus Süßigkeiten, sondern aus unseren täglich in Massen verspachtelten Getreideprodukten.

Doch warum reagiert unser Körper so „merkwürdig“ auf Kohlenhydrate? Warum wird er durch Kohlenhydrate fett und krank?

Die Antwort liefert die Evolution. Das Verdauungssystem des Menschen hat sich über etwa 20 Millionen Jahre zu dem entwickelt, was es heute ist. Der Mensch in seiner heutigen körperlichen Erscheinung ist etwa seit 2 Millionen Jahren auf der Erde und auch in dieser Zeit hat sich sein Stoffwechselsystem perfekt an seine Umwelt angepasst. Wir sind genetisch noch immer Jäger und Sammler, unser Verdauungsapparat und unser gesamter Stoffwechsel ist an diese Lebensweise angepasst.

Nun stellen wir uns einmal einen heutigen Jäger und Sammler vor und setzen diesen an einer beliebigen Stelle auf dem Globus aus – unter der Voraussetzung, dass es sich um unberührte Wildnis handelt.

Jeder, der schon einmal eine Survival-Show im Fernsehen gesehen hat, weiß, dass das Überleben in der Wildnis keine einfache Sache ist. Den Körper mit ausreichend Energie in Form von Nahrung zu versorgen, gelingt nur erfahrenen Überlebensexperten und die Nahrungsbeschaffung ist eine tägliche Herausforderung. In keinem Landstrich der Erde wachsen Spaghettisträucher oder Pizzabäume. Ob man es nun glaubt oder nicht, Kohlenhydratquellen gibt es in der freien Natur praktisch keine. Mit viel Glück findet man reife Beeren oder Früchte, doch deren Kohlenhydratanteil ist weit geringer als man glaubt, zudem ist der glykämische Index merkwürdigerweise bei allen Wildfrüchten extrem niedrig. Doch auch reife, ungiftige Früchte sind in der Wildnis die absolute Ausnahme. Kulturpflanzen wie Getreide (aus Gräsern gezüchtet) und Kartoffeln (aus winzigen Wildformen gezüchtet) gab es bis von ca. 6.500 Jahren nicht.

Kohlenhydrate aus Stärke sind in der Natur Mangelware, große Mengen von Stärke sind für den menschlichen Organismus völlig unnatürlich, sein Stoffwechsel ist in keiner Weise daran angepasst und kann auch nur unter größten Anstrengungen damit umgehen. Große Zuckermengen in Form von Getreide, Kartoffeln oder dergleichen sind für den Menschen mit seinem Jäger- und-Sammler-Stoffwechsel keine artgerechte Ernährung und machen ihn langfristig krank.

Die körpereigenen Regulationssysteme sind normalerweise zur Feinjustierung des Blutzuckerspielgels gedacht, daher ist der Insulinmechanismus, mit dem große Zuckerschwemmen im Blut beseitigt werden, bei diesen  Größenordnungen zu unpräzise. Daher kommt es bei Menschen, die sich kohlenhydratreich ernähren, immer wieder zu Heißhungerattacken oder zur „Unterzuckerung“. Da die Zuckerschwemme für die Zellen des Organismus potenziell tödlich ist, muss auf jeden Fall genügend Insulin produziert werden um der Verzuckerung des Blutes Herr zu werden – lieber etwas zu viel als zu wenig, die Bauchspeicheldrüse weiß ja schließlich nicht, wann der Mund da oben zu futtern aufhört. Irgendwann hört er tatsächlich auf, Kohlenhydrate nachzustopfen und der Blutzucker sinkt aufgrund Insulinüberpräsenz zu stark ab. Die Folge sind gefühlte Unterzuckerung und Hunger auf Süßes – ein Teufelskreis.

Der Weg aus dieser Zuckerspirale führt nur über gesunde, artgerechte Jäger-und-Sammler-Ernährung mit Fleisch, Fisch, Milch, Ei, Obst, Gemüse, Nüssen und Kräutern. So kann durch eine stärkefreie, nährstoffreiche, artgerechte Ernährung die Basis für Gesundheit gelegt werden, damit eine Vielzahl von Erkrankungen ausheilen. Stärke hingegen macht den Menschen schwach.    

 

Klaus Wührer: „Prophylaxe und Therapie durch Artgerechte Ernährung“

www.ArtgerechteErnährung.de

 

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